Porzellanschatzkisten Blog

Designs von H. Th. Baumann (* 27. Oktober 1924, Schweiz)

26.05.2011 15:57 von Heike Kunzelmann

Arzberg und Rosenthal

Designs von H. Th. Baumann (* 27. Oktober 1924, Schweiz)

„Und wenn ich Steine klopfen müsste, … ich würde es schön machen!“

Wenn man dieses Zitat des Künstlers, Designers und Mitbegründer des Verbunds Deutscher Industriedesigner liest, kann man feststellen: „Genau das ist es – Funktionalität in durchdachter Ästhetik.“ Wenn man Bilder zu den Porzellanserien von Arzberg und Rosenthal anschaut, dann findet sich überall diese Symbiose aus Alltag und KUNST.

Was zeichnet den geschmackvoll gedeckten Tisch aus? Alles hat seine Form und seinen Platz. Alles ist vorbereitet und wir setzen uns, um zu essen und zu trinken. Willkommen in der Jugendherberge! Es ist eben das Quäntchen mehr im Design, das unser Auge reizt, den Alltag schön macht. Wir alle übernachteten schon in einem Hotel. Wer war unbemerkt stiller Gast am Frühstückstisch? Hans Theodor Baumann, dessen Design und Dekor uns einen angenehmen Start in den Tag bereitete. Unaufdringlich, zeitlos elegant. Baumann kreierte als Künstler Porzellan, Keramik, Glas und Möbel für den privaten Gebrauch, aber auch als Industrial-Designer hochwertige Geschirrserien für die Hotellerie, Gastronomie und Catering.

Teller, Tassen, Kannen und Zuckerdosen erfüllen ihren Zweck – sie funktionieren – während das Auge mitisst, sich an dieser Schönheit im Alltag erfreut und vielleicht auch die Qualität des verwendeten Materials erkennt.

Man schaut sich die Entwürfe von H. Th. Baumann aus der Zeit zwischen 1950 bis 1990 an. Erstaunlich - was sich unsere Mütter ausgesucht hätte, wirkt heute, im zweiten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts, unglaublich stylisch. Klare Formen, gezielt eingesetztes Dekor, habtische Ästhetik des Designs; all das führt zur Freude an der Nutzung des von Baumann gestalteten Porzellans

[Hans Theodor Baumann beschreib mit dem Begriff „Schönheit“ ein wesentliches Kriterium seiner Tätigkeit als Künstler und seiner Kunst als Formgestalter, „welches uns als Betrachter und Benutzer seiner Schöpfung so unpretentiös, unaufdringlich und bewusst nicht spektakulär entgegentritt, daß wir diese auch gern um uns haben, es lieben, uns mit ihnen zu umgeben.“ (Wilhelm Siemen; H. Th. Baumann: design 1950 1990; Schriften und Kataloge des Museums der Deutschen Porzellanindustrie, Band 18; Hohenberg a. d. Eger, 1989)

Natürlich sind diese Eindrücke rein subjektiv. Lassen Sie das Porzellan des Künstlers, Industrial-Designers und Mitbegründer des Verbunds Deutscher Industriedesigner auf sich wirken.

Oder stöbern Sie ein wenig in der „Porzellankiste“. Heike Kunzelmann geht gern mit Ihnen auf Entdeckungstour.

Zu dem von H. Th. Baumann für Arzberg und Rosenthal entworfenen Geschirr gehören:

-       Arzberg, Form „3000“, Fertigung 1972

-       Arzberg, Form 4000 „Donau“, Fertigung 1973

-       Arzberg, Form 5073 „Turku“, Fertigung 1973

-       Arzberg, Form 5500 „Brasilia“, Fertigung 1974

-       Arzberg, Form 6500 „Hellas“, Fertigung 1977

-       Arzberg, Form 7000, „Delta“, Fertigung 1978

-       Rosenthal, Form 13000 „Berlin“, Dekor kobaltblau, Fertigung 1957

-       Rosenthal, Form „Triennale (ging nicht in Fertigung), Fertigung 1954

-       Rosenthal, Lufthansa Bordgeschirr, Dekor kobalt, Fertigung 1964

-       Rosenthal, Bordgeschirr, Dekor Relief weiß, Fertigung 1989